No Gos in der Malawisee-Aquaristik

 

alt 1Das Aquarium im Bild zeigt sinnbildlich einige No-Gos, welche unten beschrieben sind. Britta Leonie hat auf der Homepage den Wandel des oben gezeigten Aquariums präsentiert. Inzwischen ist das Becken ein absolutes Traum-Aquarium! Zum Bericht geht es hier entlang *klick*.

 

 

Vor einiger Zeit haben wir euch gefragt, was eure speziellen No-Gos in der Malawisee-Aquaristik sind.

Folgend möchten wir euch das Ergebnis präsentieren und ein paar kurze Worte zu den jeweiligen Punkten verlieren.

 

1. Falsche Vergesellschaftung

Hiermit ist das zusammen Würfeln unterschiedlicher Ansprüche an die Ernährung, an das Biotop und die Aggressionen gemeint. Der Begriff „Kontinentengulasch“ wird viel dabei verwendet. Damit ist gemeint, dass Fische aus unterschiedlichen Kontinenten zusammen gepflegt werden.

Für euch ist das die Top-Antwort gewesen.

 

2. Hybriden

Da gibt es kaum etwas zu erklären. Wir sind froh, dass die Hybriden so weit oben auf der „No Go-Liste“ stehen. FireFisch und co. Brauchen wir in diesem Hobby nicht!

 

3. Lochgestein

Ebenfalls ganz weit oben wurde das Lochgestein genannt! Lochgestein birgt nicht nur ein Verletzungsrisiko. Es sieht auch unnatürlich und nach „Meerwasser“ aus.

 

4. Weibchen ausschütteln

Ein Thema, was immer wieder auftaucht. Sollen Weibchen die Eier entnommen werden? Oder soll das Weibchen in Ruhe selber „spucken“? Wir sind über jedes Weibchen froh, welches ihren natürlichen Instinkt leben darf!

 

5. Zu kleine Aquarien

Ganz klar! Zu kleine Aquarien führen in den MEISTEN Fällen zu toten Malawis. Der Stress ist einfach zu groß. Stress ist der Auslöser Nummer 1 für Krankheiten!

 

6. Männerbecken

Wer möchte bitte ein Aquarium NUR mit Männern? Klar… In einer Männer-WG sind alle Männchen gefärbt. Aber ohne Weibchen wird sich kein Männchen voll in Schale werfen! Das natürliche Verhalten, wie die Balz bleibt komplett aus. Mit der Zeit werden diese Becken ziemlich trist. Die Realität zeigt aber, dass die Männerbecken immer weiter auf dem Vormarsch sind. Irgendwo müssen die überschüssigen Männchen ja hin. Daher empfiehlt so mancher Hobbyzüchter diese Art der Haltung.

Für uns…. Ein absolutes No Go!

 

7. Überbesatz

Leider wird der Überbesatz noch oft empfohlen, um Aggressionen zu vermeiden. Sinnvoller wäre es, einen anständigen harmonierenden Besatz zu planen und diesen dann in anständiger Menge besetzen. Wer einen Überbesatz will, oder empfiehlt, der hat keine Lust, sich großartig über die Arten zu informieren. Nein! Das wäre zu einfach! Vielleicht interessiert es die betroffene Person auch nicht, dass das natürliche Verhalten beim Überbesatz schnell verloren geht.

 

8. Algen bekämpfen

VIELE Malawis ernähren sich in ihrer natürlichen Heimat (dem Malawisee) hauptsächlich von Algen und den darin lebenden Kleinstlebewesen. Moooment. Das klingt nun ekelig. Algen und Kleinstlebewesen? Ja genau!

Genau das wollen wir in einem Malawisee-Aquarium. Erst mit einer schönen Algenpatina sieht das Aquarium komplett aus! Glaubt ihr nicht? Dann hier entlang *KLICK*

 

9. Unnatürliche Einrichtung im Showbecken

Totenköpfe, Wurzeln, Amphoren, Fensterbänke, Schiffe, oder sonstige Kitschdeko, sind bei euch wirklich nicht gern gesehen. Was in einem Zuchtbecken noch recht praktisch wirkt und tatsächlich auch Sinn macht, hat in einem Showbecken nichts verloren. Je nach Einrichtungsgegenstand sieht es einfach nur „falsch“ aus. Meist ist der Einrichtungsgegenstand aber nicht gefährlich für die Tiere und sollte somit eigentlich egal sein. Bei Plastikdeko könnte das aber schon ganz anders aussehen und tatsächlich gefährlich für den Besatz werden,

 

10. Ständig umbauen (Hände im Becken)

Ein weiterer Stressfaktor für unsere Lieblinge. "Nur mal eben etwas umbauen." Heute einen neuen Stein einbringen, morgen einen anderen Stein umpositionieren, übermorgen die Technik neu verstecken… usw…

Das erzeugt nur Stress. Erstellt euch eine „To-do“-Liste, schreibt alles auf, was gemacht werden muss/soll. Besorgt erst ALLES an Zubehör und macht dann ALLES gemeinsam!

Ein Fisch unterscheidet nicht zwischen wenig und viel Stress. Jede Hand im Becken ist Stress. Stress ist der Auslöser Nummer 1 für Krankheiten. Wie wir ja schon bei Punkt 5 gelernt haben ;)

 

11. Antennenwelse im Malawisee-Aquarium

Nun… Dieser Punkt wird oft angesprochen. Aber wieso pflegen so viele Leute Antennenwelse (Harnischwelse) in ihrem Aquarium?

„Früher“ war das vollkommen normal, um die Algen (Punkt 8) durch die Antennenwelse fressen zu lassen. Man hat sie halt als „Putzkolonne“ eingesetzt. Dass die Tiere aber Holz für die Verdauung benötigen und das einen enormen DRECK im Aquarium macht, haben die meisten Halter allerdings nicht bedacht. Naja. Jedenfalls sind die ganzen bösen Algen entfernt. Oh… Mooooment! Die kleinen Antennenwelse fressen plötzlich keine Algen mehr. Das liegt daran, dass die Tiere mit dem Alter träge werden und genau wissen, wo das Futter her kommt. Außerdem machen sie die Algen nicht mehr satt, da nicht ausreichend Algen zur Verfügung stehen. Also lieber auf das Futter vom Menschen warten.

Im reinen Zuchtbecken sind die Antennenwelse, oder auch junge Wabenschilderwelse heute noch "gern gesehene Gäste“.

Dementsprechend denkt man sich: „Was beim Züchter funktioniert, funktioniert zu Hause ja auch“. Da sich das Showbecken vom Zuchtbecken aber grundlegend unterscheidet, macht dies natürlich gar keinen Sinn.

Kommen wir noch kurz auf die Haltungsbedingungen zu sprechen. Ein Harnischwels, der aus Gewässern mit PH ~6 kommt, wird im Malawisee-Aquarium mit PH ~8 keine lange Lebenserwartung haben. Klar können die Tiere auch hier 10 Jahre oder älter werden.

Mit 10 Jahren ist ein Harnischwels aber grade mal ein Jugendlicher!

Das Thema Harnischwels und Malawi-Aquarium möchten wir an dieser Stelle einfach nicht vertiefen. Wir freuen uns aber über jedes Malawisee-Aquarium (Showbecken), indem KEIN Harnischwels lebt.

 

12. Überdimensionierte Strömungspumpen

Zu diesem Thema haben wir Bereits einen Beitrag, den wir euch an dieser Stelle einfach verlinken möchten. *KLICK* 

Strömungspumpen gegen Stressabbau bei Malawis? Na klar... Wer´s glaubt... ;) Nein. Natürlich nicht. Schaut einfach mal in den verlinkten Beitrag :)

 

13. Falscher Bodengrund

Oft sehen wir Aquarien mit grobem Kies, oder mit schönem bunten Kies (wie oben im Bild) als Bodengrund. Dieser ist absolut ungeeignet für Malawis. Malawis müssen ihre Kiemen mit Sand spülen können. Außerdem muss Kies im Malawisee-Aquarium regelmäßig gemulmt werden.

 

14. An den falschen Stellen sparen

Ein Thema, was oft auftaucht. Das Malawisee-Aquarium muss nicht immer teuer sein. Eine anständige Einrichtung bekommt man teilweise für wenige Euro! Man muss sich halt nur darum bemühen.

Oft wird schon beim Sand gespart. Dann erhalten wir Anfragen mit Bildern vom Sandkastensand. Teilweise mit dem Aufdruck „Gegen Verschmutzung durch Hunde und Katzen“. Solche Sande sind günstig, sind aber aufgrund der Inhaltsstoffe höchst bedenklich für unser Aquarium. Ebenso gibt es günstigen Mauersand, irgendwelchen Splitt, oder sonstige scharfkantige Sande. Diese verletzen unsere Fische nicht nur. Nein. Sie können (müssen nicht) auch dazu führen, dass der Sand verdichtet und/oder gammelt! Hier gilt... Jedes Risiko minimieren. Anständiger Sand, wie der Aquariensand von Schicker-Mineral kostet "nur" 12 Euro pro 25kg.

Auch bei den Filtern wird oft gespart. Schnell ist ein zu kleiner Filter installiert, da der ja doch ~50Euro günstiger war, als der passende „Geht schon gut…“. NEIN! Falsch gedacht ;)

Wo wird noch häufig gespart? Kommt euch die Erleuchtung? Richtig… Beim LICHT!

Was die 40-100 Euro Aquarium-LED kann, kann der 5 Euro LED-Stripe aus dem Baumarkt ja auch. Dazu sagen wir NEIN! Ebenfalls falsch gedacht. Diese LED-Stripes aus dem Baumarkt werden relativ schnell blind, wenn sie im Aquarium hängen. Zudem sind die Anschlüsse meist nicht WasserDICHT! Ein weiterer Negativaspekt dieser günstigen LED-Stripes… Sie bringen nicht die Power, wie eine anständige Aquarium-LED. Klar wollen wir kein Solarium. Aber wir möchten dennoch eine Algenpatina und die Farben der Fische möglichst farbgetreu wieder geben. Und zwar nicht nur die ersten 10cm unter der LED. Auch, wenn die Fische über den Bodengrund schwimmen! LEDs müssen aber gar nicht teuer sein. Anbieter, wie LiWeBe, oder LEDAquaristik bieten ihre LEDs relativ günstig hier. Hier bekommt ihr auch was für euer Geld!

Wie in so vielen Hobbys: Wer billig kauf, kauft zweimal.

Und für den Endpreis hätte man sich gleich etwas Vernünftiges kaufen können.

Aquaristik ist nicht das günstigste Hobby. Es geht aber trotzdem auch „Low-Budget“. Man muss nur schauen, was man kauft und ob es Sinn macht. Oft hilft es, die Community mal um Rat zu fragen. Die Erfahrungen der Community sind besser als jeder Preisvergleich im Internet.

 

 

Wir hoffen, dass wir die No Gos verständlich und konstruktiv erklären und vor allem präsentieren konnten. 

 

 

 

Bericht: Malawi-Germany
Bilder: Britta Leonie