HMF

 

Beschreibung:

Der Hamburgermattenfilter ist ein Evergreen der Aquaristikszene und wird immer mehr wieder zum Thema in unseren Becken zu Hause. Er wird ausschließlich innerhalb des Beckens betrieben, ausgenommen man betreibt ihn nicht mit einer Membranpumpe. Dieses bereitet einige Vor.- und Nachteile im Umgang, der Pflege und der Unterhaltungskosten, welche gerade zu der heutigen Zeit gerne tief gehalten werden.

Der komplette Filter befindet sich innerhalb des Beckens. Es gibt verschiedene Bauweisen wie Reaktoren, gebogenen Matten die mit Hilfe von Schienen befestigt sind. Es ist sehr einfach sich einen solch effektiven Filter selber zu bauen. Die Filter können sowohl elektrisch mit einer Kreiselpumpe/ Förderpumpe oder auch mithilfe von einer Membranpumpe in Verbindung mit Lufthebern betrieben werden, welches auch die gängigste, günstigste und vor allem die effektivste Variante ist.

HMF- Reaktoren werden aufgrund der Bauweise komplett auf der ganzen 360 Grad Fläche durchströmt. Dadurch hat man auf einem relativ kleinen Raum eine sehr große zu filternde Fläche, was dies natürlich effektiv macht. Das ist auch nur der einzige unterschied zu dem Filter mit einer gebogenen Matte, weswegen hier in dem Beitrag auch nur der HMF-Reaktor behandelt wird. In der Mitte des Filters ist meistens bzw. je nach Bauart ein „Loch“ welches mit diversen Filtermaterialien befüllt werden kann. Zudem ist das der Platz wo auch die Förderpumpe oder Luftheber platziert werden. Das Wasser wird durch den Sog der Pumpe oder Luftheber durch die komplett drum herum befindliche Matte und der zusätzlichen Filtermaße befördert und somit gefiltert. Sollte der Reaktor in eine Ecke gestellt werden, somit ist drauf zu achten das dieser nicht an der Scheibe anliegt um die Filterfläche zu wahren.

 

Musterbeispiel für zusätzlichen Filtermaterialien bei einem HMF- Reaktor

PPI20/30/50 Matte, Sinterröllchen, Bioballs, Zeolith, Sinterröllchen,Filtervlies/ Filterwatte

Die zusätzliche Befüllung des HMF- Reaktors ist ein kann, kein muss. Sie dient lediglich zur Steigerung der Mechanischen.-, Biologischen.- oder wenn auch gewählt Chemischenfilterleistung.

 

Anmerkung zu den Filtermaterialien: Zeolith und Aktivkohle erschöpfen über die Zeit. Gerade nach Medikamentenbehandlungen ist es wichtig diese auszutauschen und separat zu regenerieren. Diese Materialien sind nicht für den Dauerbetrieb geeignet. Eine Behandlung mit Salz, welches auch die Medien regeneriert, in Verbindung mit den erschöpften Filtermedien zusammen in einem Aquarium kann zu Langzeitschäden oder im schlimmsten Falle zum Tode der Tiere führen. Diese Filtermaterialien sind als Beispiel angefügt um die vielfältigen Möglichkeiten hervor zu heben , können aber problemlos durch andere Filtermaterialien wie Sinterröllchen, Matten und co. ersetzt werden.

Das Thema „Filtermedium“ wird bald explizit in einzelnen Beiträgen beschrieben.

 

 

Die Leistung der Pumpe und die Größe des HMF´s ist natürlich der Größe des zu betreibenden Beckens anzupassen und sollte ausreichend dimensioniert sein um dies mindestens 2 und im Idealfall 3 oder mehr mal die Stunden umzuwälzen.

Beispiel:

Aquarium 160cm x 60cm x 60cm = 576L Bruttoinhalt

576L Bruttoinhalt x 2-Fache Umwälzung = 1152 l/h

576L Bruttoinhalt x 3-Fache Umwälzung = 1728 l/h

Aus der Rechnung entnehmen wir das die Pumpenleistung zwischen ca. 1150 l/h und 1700 l/h liegen sollte.

Jetzt stellen sich einige die Frage „welche Membranpumpe ist jetzt für mich und mein Becken die richtige?“ Die Frage ist auch berechtigt, denn hier müssen wir zum einen die „Förderleistung in Luft L/h“ der Membranpumpe in die „Förderleistung in Wasser L/h“ umrechnen zum anderen bestimmt hier auch noch der Raum und damit die Lautstärke der Pumpe, welche letztendlich zum allgemeinen Wohlbefinden des Menschen, der außerhalb des Beckens lebt, beiträgt . Für den Heimanwender reicht die einfache Faustformel 3-4 fache menge an Luft (l/H) ergibt die zu benötigte menge im Verhältnis an Wasser zu Luft(L/h)

Beispiel:

Wir nehmen das Volumen aus unserem vorher errechneten Bruttoinhalt des Beckens, das wären hier in dem Beispiel 576Liter.

Da wie ich oben schon geschrieben habe wir die Faustformel 3-4 Fördermenge an Luft im Verhältnis zum  Wasser brauchen, ergibt sich folgender Wert den die Pumpe an Leistung erbringen sollte:

mindestens     3x576Liter= 1728 L/h

optimal           4x 576Liter = 2304 L/h

Die erforderliche Leistung der Pumpe wäre hiermit errechnet. Jedoch kommt jetzt etwas was niemand direkt einem sagen kann, nämlich die Lautstärke. Viele Aquarianer schreckt es einfach ab ein lautes Brummen im Wohnzimmer zu haben. Berechtigt wie ich finde! Jedoch kann man im Vorfeld sich einige Ärgernisse ersparen in dem man die Membranpumpe einfach gut bis stark überdimensioniert. Eine überdimensionierte Pumpe hört man fast kaum, die Mehrleistung kann man mit Hilfe von kleinen Regelamaturen an der Pumpe selbst oder in der Luftleitung zu den Lufthebern regulieren. Zudem hat man noch den Luxus sich bei Bedarf einen zweiten HMF mit in das Becken zu stellen oder einen zweiten in einem anderen Becken zu betreiben, mit nur einer Membranpumpe!

 

 

Als kleines Beispiel möchte ich hier noch einen Vergleich von mir zu Hause mit in diesen Beitrag bringen der dem einen oder anderen bei der entscheidung Helfen kann.

Becken 1:                     160cm x 70 cm x 70cm (784 Liter Brutto), gefiltert über Fluval FX6

                                    Leistungsaufnahme der Pumpe: 41W

Becken 2 und 3:           250cm x 60cm x 60cm + 160cm x 60cm x 60 cm (zusammen 1467 Liter Brutto)

                                    Leistungsaufnahme der Pumpen: 15Watt + 20 Watt= 35 Watt

Fazit: Hier wird  bei weniger Leistungsaufnahme beinahe das doppelte an Beckenvolumen gefiltert

                                 

Generell sollte man immer die Tendenz zum Größeren Filter haben. Desto größer der Filter ist, desto mehr Filtermasse hat man. Es bedeutet also dass es mehr zu besiedelnde Flächen für die Bakterien gibt, dadurch einen besseren, effektiveren Schadstoffabbau und vor allem eine höhere Standzeit des Filters hat bevor man ihn reinigen sollte. Die Leistung des Filters wird oft nach einigen Wochen sich ein wenig verringern, auch das kann man mit dem Griff zum größeren Bruder umgehen in dem man dies mit einkalkuliert. Generell zu empfehlen ist  zusätzlich eine Strömungspumpe im Becken zu installieren um eine anhaltend konstante Zirkulation zu gewährleisten und um dem Filter auf dem zu Boden gesunkenes Abbaumaterial zuzuführen.

Vorteile:

  • geringere Anschaffungskosten
  • sehr niedrige Betriebskosten (Strom)
  • Technik innerhalb des Beckens
  • (Leistungsfähigkeit)

Nachteile:

  • Es geht viel Platz im Becken verloren
  • Reinigung
  • Platz
  • (Leistungsfähigkeit)

 

 

Beitrag: Thomas Bovi

Bilder: Thomas Bovi