Fische richtig transportieren und eingewöhnen

Styrobox steven sasin

Wenn wir mit der Planung, der Einrichtung und dem Einsetzen der Technik fertig sind, müssen wir uns zwangsläufig mit der Beschaffung des Besatzes auseinander setzen.

becken haupt smallHat man sich für einen Händler, oder Züchter entschieden und sich die richtigen Tiere einpacken lassen, so steht man nun mit den in Tüten verpackten Fischen vor der Frage, wie man die Tiere am besten transportiert.

Der Transport:

Fest steht folgendes: Der Transport der Tüten im Fußraum zwischen den Beinen, auf der Rückbank, oder im Kofferaum ist genau so ungeeignet, wie der Transport im Rucksack oder in einer Einkaufstüte. Das Wasser in den Tüten kühlt so ziemlich schnell aus, was die Tiere natürlich zu spüren bekommen.

Außerdem ist der Stressfaktor enorm hoch, da die Tiere alles überblicken können. Was Stress bei Malawiseebuntbarschen auslösen kann, muss an dieser Stelle nicht noch extra erwähnt werden. 

Mit einer Styroporbox kann man die Tiere wärend des Transportes wunderbar warm halten. Zudem werden die Tiere im dunklen transportiert, was den Transportstress etwas reduziert! Styroporboxen kosten übrigens kein Vermögen. 

Eine Styroporbox mit einer ca. 3cm dicken Wand sollte ausreichend sein:

 

Die Eingewöhnung:

Sind die Tiere nun zu Hause angekommen, müssen sie ja irgendwie ins Aquarium. Aber einfach in das laufende Aquarium setzen, ist ein "No GO"!

Die Tiere müssen erst einmal an die heimischen Wasserparameter angepasst werden. Im Bereich der Malawiseeaquaristik spielen Wasserwerte, wie PH, GH, KH, NO3 und Temperatur eine große Rolle. Oft haben die Tiere beim Händler oder Züchter andere Wasserwerte. Diese müssen erst einmal angeglichen werden. 

Nun gibt es mehrere Methoden, wie man dies realisieren kann. Wir stellen euch 2 Methoden vor, die für die Tiere am wenigsten Stress bedeuten:

 

Methode 1:

Die Tüten in Eimer stellen und öffnen (NICHT in den Eimer kippen). Die nun in den Eimern stehenden Tüten in regelmäßigen Abständen mit Wasser aus dem Aquarium füllen. Dies kann man mit einem Messbecher, oder mit einem Schlauch machen. Ab und zu das Wasser in den Tüten absaugen, damit man irgendwann nur noch heimisches Aquariumwasser in den Tüten hat. Je nach Transportdauer und Zustand der Tiere, kann diese Prozedur 1-3 Stunden betragen.

Tüte zu steven sasinAuf dem Bild zu sehen: Synodontis lucipinnis (Welse aus dem Tanganjikasee - Diese Welse sind wunderbar mit Malawis zu vergesellschaften)

 

Methode 2:

Tüte, Wanne, Schlauch, Wasser, ab und zu mal schauen. Nach 2 Stunden fertig!
   -> Klingt logisch - Aber trotzdem nochmal eine ausführliche Erklärung :P

 

Für diese Methode bieten sich eckige Plastikwannen an. Wie z.B. die großen IKEA-Boxen. Die Fische werden direkt samt Transportwasser in die Wannen gekippt. 

Diese Methode bietet sich vor allem bei größeren Fischen an! Die weitere Prozedur ist gleich, wie bei Methode 1.

tüte offen steven sasin

Auf dem Bild zu sehen: Synodontis lucipinnis (Welse aus dem Tanganjikasee - Diese Welse sind wunderbar mit Malawis zu vergesellschaften)
 

Wieso sollten die Fische nicht direkt im Eimer angeglichen und transportiert werden. Hierzu kann man sagen, dass das im Notfall natürlich möglich ist, aber dennoch möchten wir euch den großen Nachteil des Eimer erläutern:

Eimer sind bekanntlich rund. Die runde Struktur veranlasst die Fische die ganze Zeit im Kreis zu schwimmen. Zumindest, sobald sie sich erschrecken. Eimer haben oft eine Naht, oder sind von innen nicht 100% glatt. An der nun rauen Seitenwand können die Fische sich an den Augen verletzen. Dies führt zu trüben Augen, die im worst case also behandelt werden müssen. Also sollte man dem direkt vorbeugen!

 

Wenn das Wasser einmal komplett ausgetauscht ist und die Fische agil in dem Angleichbehältnis schwimmen, kann man mit dem Umsetzen beginnen. 

Je nach Angleichmethode und größe der Fische, kann man die Fische dann behutsam mit einem Kescher, oder der Hand in das neue Heim einsetzen. 

 
 
Autor: Malawi-Germany
Bilder: Steven Sasin